013b Auf dem Jakobsweg nach Santiago

Auf dem Jakobsweg, dem alten Pilgerweg durch Frankreich und Spanien erreichen wir das überwältigende, vom Mittelalter geprägte Pilgerziel Santiago de Compostela. Der Camino de Santiago (Jakobsweg) wurde 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erhoben. Wir machen an allen bedeutenden Stationen des Jakobsweges halt. Die zwischen Freizeit und Besichtigung sehr ausgewogene Reise führt durch bezauberndes, wenig bekanntes Frankreich und Nordspanien zwischen Pyrenäen und Atlantik.

 

  • Santiago de Compostela
  • Pyrenäen Nationalpark
  • Klöster und Kathedralen am Pilgerweg
  • Galicien, grüne Küste Nordspaniens
  • Lourdes
  • Wanderungen auf dem Jakobsweg

Leistungen

  • Deutschlandweite Rückreise mit der Bahn vom Ankunftsort in der 2. Klasse
  • Linienflug mit Lufthansa oder einer anderen renommierten Fluggesellschaft von Santiago de Compostela nach Frankfurt  in der Economy-Klasse, Transfer
  • Luftverkehrsteuer, Flughafengebühren, Treibstoffzuschlag
  • Rundreise mit unserem kombinierten 20-Sitzer-Allradbus
  • Übernachtung im Rollenden Hotel
  • ROTEL-Frühstück und ROTEL-Abendessen
  • Abschiedsessen
  • Deutsch sprechende ROTEL-Studienreiseleitung
  • Örtliche Führer

Reisedaten

Reisenummer: 013b
Reiseart: Rotel-Reise
Dauer: 13 Tage

1. Tag: München - Dôle
Um 8.00 Uhr beginnt unsere Reise in München am Busbahnhof „Messestadt Ost“. Vom Hauptbahnhof München besteht mit der U2 eine Direktverbindung zur Haltestelle „Messestadt Ost“. Die Fahrzeit beträgt ca. 30 Minuten. Die Busroute mit dem Bus führt über Augsburg, Ulm, Stuttgart nach Karlsruhe. Die Fahrt führt an den Vogesen entlang über Colmar bis Mülhausen, bei Belfort durch die burgundische Pforte in das Tal des Doubs und über Besançon nach Dôle.

2. Tag: Dôle - Clermont-Ferrand
Heute geht es auf der Autoroute du Soleil nach Süden, der Saône entlang, über Mâcon und Villefranche nach Clermont-Ferrand, malerisch von den „Puys“, einer vulkanischen Gebirgskette überragt. In der Altstadt Clermont-Ferrand mit ansehnlichen Bauten aus romanischer und gotischer Zeit besuchen wir die Pilgerkirche Notre-Dame-du-Port und die Kathedrale.

3. Tag: Clermont-Ferrand - Albi
Wir fahren in die Berge des Massif Central. Auf der Autobahn über Issoire nach St-Flour, eine malerisch gelegene, mittelalterliche Festungsstadt. Auf schmaler Gebirgsstraße führt die Reise durch die eindrucksvolle Landschaft der vulkanischen Berge der Auvergne über Chaudes-Aigues mit seinen berühmten heißen Quellen (52-82°) nach Rodez, die Hauptstadt der ehemaligen königlichen Provinz Rouergue. Wir besuchen die gotische Kathedrale Notre-Dame mit ihrem bemerkenswerten 87 m hohen Glockenturm und fahren weiter nach Albi. Wir besichtigen die gewaltige, festungsähnliche Kathedrale Ste-Cécile mit der üppigen Innenausstattung im Flamboyantstil und ihrer Chorschranke mit einzigartigem Figuren-schmuck burgundisch-flämischer Prägung. Neben der Kathedrale befindet sich der ehemalige Bischofspalast mit dem berühmten Toulouse Loutrec-Museum, von dessen Gartenterrassen man einen schönen Ausblick auf das Tal des Tarn hat.

4. Tag: Albi - Lourdes
Die nächste Station ist Toulouse, die „Rote Stadt an der Garonne“. Wir besuchen die Basilika St-Sernin, eine der großartigsten Pilgerkirchen auf dem Weg nach Santiago. Sie ist der größte romanische Sakralbau Frankreichs, der fast zeitgleich und mit gleichem Grundriss wie die Kathedrale in Santiago erbaut worden ist. Nach dem Besuch der Jakobinerkirche mit dem Grab des großen Theologen Thomas von Aquin haben wir Freizeit zum Bummeln durch das moderne Toulouse. Anschließend geht es über Muret, St-Gaudens und Tarbes nach Lourdes. 

5. Tag: Lourdes
Im bekannten Wallfahrtsort zur Hl. Mutter Gottes haben Sie den ganzen Tag Zeit zur individuellen Gestaltung. Hier hatte 1858 das Mädchen Bernadette Soubirous mehrere Visionen von Marienerscheinungen. Sowohl die Teilnahme an religiösen Feiern (Kreuzweg, Lichterprozession etc.) als auch Spaziergänge in der herrlichen Pyrenäenlandschaft oder die Besichtigung der Burg mit Museum sind möglich.

6. Tag: Lourdes - Mendigorría
Die Reise führt über Pau und Oloron auf einer landschaftlich reizvollen Strecke durch den Nationalpark der Pyrenäen. Quer zum Isthmus der iberischen Halbinsel zieht sich die mächtige Gebirgskette der Pyrenäen über 400 Kilometer zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik hin. In der Provinz Huesca in Spanien war die Passhöhe Puerto de Somport neben dem Pass von Roncevalles für die Jakobspilger der Übergang über die Pyrenäen. Über Jaca, entlang des Rio Aragón und vorbei am großen Stausee von Yesa kommen wir zum heutigen Übernachtungsplatz nach Mendigorría.

7. Tag: Mendigorría
Eine kurze Fahrt führt nach Puente la Reina. Hier erreichen wir die mittelalterliche Brücke, die den Anfang des klassischen Pilgerwegs durch Spanien kennzeichnet. Hier wandern (ca. 1,5 - 2 std., leicht) wir auch ein Stück auf dem Pilgerweg. Die 8 Kilometer von Puente la Reina bis nach Cirauqui führen durch hügelige, mit Macchia bewachsene, aber auch mit Wein, Spargel und Getreide kultivierte Landschaft. Wir wandern auf unbefestigten Lehm- oder Steinwegen. Weiter fahren wir nach Pamplona (baskisch: Irunea), der Hauptstadt von Navarra. Die ehemalige römische Siedlung Pampaela hat oft ihren Herrn gewechselt: Goten, Mauren und Franken, letztlich belebten die Pilger des Jakobsweges wieder die Stadt. Ein Bummel durch die Stadt führt zum Palacio de Navarra (Diputación Foral). Das Gerichtsgebäude, das Rathaus, die Kathedrale oder die Stierkampfarena mit dem Hemingway-Denkmal (besonderer Anziehungspunkt in der Zeit vom 6. bis 14. Juli während der Fiesta de San Fermin, dem Fest der Stiere) bereichern unseren Stadtrundgang.

8. Tag: Mendigorría - Burgos
Bei gutem Wetter wandern wir von Ermita de Valdefuentes nach San Juan de Ortega (6 km, ca. 1,5 - 2 Std., leicht). Breite Wege führen, abgesehen von einer kleinen Steigung am Anfang, flach durch Eichen- und Kiefernwälder und Felder. Anschließend geht es durch das Weinbaugebiet La Rioja zur Textil- und Metallindustriestadt Logrono. In der Nähe von Logrono bei Clavijo ist die Jakobslegende des Maurentöters Matamoros entstanden. Im Jahre 844 hat Ramiro I. die Mauren geschlagen, wobei Jacobus als Ritter erschienen sei, hunderte von Mauren getötet und die Schlacht für die Christen entschieden habe. Vorbei an Nájera folgen wir den Spuren der Pilger nach Westen. Nachmittags erreichen wir Burgos, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und Sitz eines Erzbischofs. Wir bummeln vorbei an den Statuen von Helden, welche vor dem Arco de Santa Maria die Stadt bewachen. Nicht nur auf das geschichtsträchtige Casa del Cordón sind die Altkastilier stolz, sondern auch auf EL CID - Rodrigo Diaz de Vivar (l026 - 1099): el Campeador, der Schlachtensieger, geboren 9 km außerhalb von Burgos in Vivar, bestattet in der Kathedrale in Burgos. Wir haben Freizeit in der Altstadt. 4 Kilometer östlich von Burgos besuchen wir das Kartäuser Kloster Cartuja de Miraflores, Grabstätte des Königs Juan II. und seiner Gemahlin Isabella von Portugal.

9. Tag: Burgos - Leon
Heute wandern wir von Villalcazar de Sirga nach Carrion de los Condes (6 km, ca. 1,5 - 2 Std., leicht). Der Kiesweg führt entlang der alten, wenig befahrenen Landstraße durch typische Mesetalandschaft. Anschließend führt unsere heutige Route auf den Spuren der Jakobspilger von Burgos über Villanueva de Argano, Osorno, Carrion de los Condes, Sahagun und Mansilla nach León. Wenn der Jakobstag, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt, wird eine Pilgerfahrt im Heiligen Jahr ausgerufen. Am Überrock, Umhang, Pilgerstock, Lederbeutel, Kürbisflasche, breitkrempigen Hut und an der Vieira (Jakobsmuschel) erkennt man den Pilger. Die Blütezeit der Wallfahrt fiel in die Zeit zwischen 11. und des 12. Jh., als die hl. Stätten in Jerusalem wegen der muslimischen Herrschaft schwer zugänglich waren. Eines der wichtigen Ziele vor Santiago de Compostela war León. Wir besichtigen die Colegiata de San Isidoro, das Pantheon de los Reyes und die gotische Kathedrale. Wir fahren nach Villadangos del Páramo, einen Pilgerort westlich von Leon.

10. Tag: Leon - Santiago de Compostela
Nach kurzer Fahrt wandern auch wir heute noch ein Stück auf dem Jakobsweg. So überqueren wir wandernd die Puente de Orbigo und gehen durch den Ort Hospital de Obrigo (2,5 km, ca. 0,5 Std., leicht). Zwischen dem galizischen Bergland und den Montes de Leon liegt das Bierzotal. Am Cebreiropass machen wir unsere Mittagspause. In der kleinen Kapelle Santa Maria a Real wird seit dem Mittelalter die Verehrung des "heiligen Grals" gepflegt. Anschließend führt die Route nach Nordwesten. In der Mitte des Berglandes von Galicien erreichen wir Lugo am oberen Rio Minho. Nach kurzem Aufenthalt in der von einem imponierenden Mauerwerk aus der Römerzeit umgebenen Stadt machen wir uns auf die letzte Wegstrecke nach Santiago de Compostela, zur drittgrößten christlichen Wallfahrtsstätte des Abendlandes.

11. Tag: Santiago de Compostela - Finisterre - Santiago de Compostela
Von Santiago aus erkunden wir das wild-romantische Galicien nach Westen hin zum Atlantik über den malerischen Fischerort Muros und Carnota. Durch die rauen Atlantikstürme und wegen der bis Anfang des 16. Jh. fehlenden Navigationstechniken glaubte man sich hier am Ende der Welt. Der westlichste Punkt Spaniens Cabo Finisterre (Cabo Fisterra) bietet ist der mystische Endpunkt des Jakobsweges. Abends sind wir zurück in Santiago.

12. Tag: Santiago de Compostela
Ganz in der Nähe von unserem Campingplatz führt der Jakobsweg vorbei. Von hier aus können wir die letzten 2-3 Kilometer zusammen mit anderen Pilgern zu Fuß bis zur Kathedrale zurücklegen und mit ihnen das Erlebnis teilen. Anschließend halten wir uns den ganzen Tag in Santiago de Compostela, auf. Santiago ist seit Jahrhunderten ein Zentrum der Wallfahrt und Anziehungspunkt für Millionen von Gläubigen. Nach der Legende ist im Zeitraum 818-834 über einem Feld ein Stern erschienen, und man hat am Rand des Feldes das Grab des Apostels Jakobus (spanisch ‚Santiago’) gefunden. Auf dem Feld wurde eine Kirche gebaut, um die eine Stadt entstanden, die den Namen Campus Stellae (Feld des Sterns) - Compostela - erhalten hat. Heute ist die Stadt Erzbischofssitz, Universitätsstadt und eines der bedeutendsten religiösen und kulturellen Zentren Spaniens. 1985 wurde Santiago de Compostela von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Kathedrale (11.-12. Jh., bis ins 18. Jh. stetig verändert) beinhaltet eine Summe romanischer Kunst, mit Krypta (Jakobusgrab). Die barocke Westfassade - dahinter das Portico de la Gloria, für viele Kenner das großartigste Zeugnis romanischer Plastik überhaupt - wurde frisch renoviert und ist nun wieder zugänglich. 

13. Tag: Rückflug