Wissenswertes zu Peru

Landschaftsformen

Das relativ kleine Peru umfasst drei grundverschiedene Landschaftsformen: im Westen der schmale Wüstenstreifen am Pazifik, in der Mitte die mächtigen, sich in drei Hauptstränge gliedernden Anden und im Osten das riesige Amazonastiefland.
Die lebensfeindliche Wüste mit ihren Flussoasen umfasst alle Wüstenformen dieser Erde, von ausgedehnten Dünenfeldern bis zur Hochgebirgswüste. Regen fällt nur alle paar Jahre wenn sich die Strömung im Pazifik verlagert. Im kalten Humboldtstrom liegt auch die Ursache der Wüstenentstehung. Zusammen mit der Wüste Namib in Namibia haben wir es hier mit den einzigen echten Küstenwüsten der Erde zu tun. In den Tälern der Flüsse, die sich von den Anden her kommend den Weg zum Pazifik suchen, liegen die Flussoasen, die seit Jahrtausenden Heimat alter Kulturen sind und bis heute intensiv landwirtschaftlich genutzt werden.
Die Anden, das längste Gebirge der Welt, teilt sich in Peru in die westliche, zentrale und östliche Bergkette auf. Tief eingeschnitten liegen dazwischen die Täler, durch die sich die Quellflüsse des Amazonas ihren Weg nach Osten suchen, um sich im Norden Perus zum Amazonasstrom zu vereinen. Während die Westseite noch von der Wüste geprägt ist, ist die östliche Seite von dichtem Bergurwald überzogen. Je nach Höhenlage und Breitengrad ergibt sich eine komplett andere Landschaftsform. Vom ewigen Eis der 5000er und 6000er über die Puna bis hin zu fruchtbarsten Tälern, Wüsten und Halbwüsten, gibt es immer wieder neues zu entdecken. Im riesigen Altiplanobecken liegt der Titicacasee auf 3850 m Höhe, im fruchtbaren Santatal türmen sich 50 Bergriesen über 5000 m auf. Im Tal der Vulkane treffen wir auf Bilderbuchvulkane wie den Schichtvulkan El Misti. Die typischen Terrassenfelder zeugen von der grandiosen Leistung der Bevölkerung, den steilen Bergen kostbare Anbauflächen abzugewinnen. In den Anden gab es viele Hochkulturen, zuletzt die Inkas.
Mit der Ostkordillere fallen die Anden ins Amazonasbecken ab, das sich bis an den Atlantik erstreckt. Steil, unwegsam und abrupt geht es hier bergab. Der Regenwald zieht sich teils bis weit über 3000 m an den Berghängen hinauf. Hier regnen sich die feuchten Luftmassen des Amazonasbecken ab, wodurch eine einzigartige Vegetation entstanden ist. Hier beginnt das größte zusammenhängende Urwaldgebiet mit dem größten Flusssystem der Erde. Nach wie vor kaum besiedelt, liegt ein Teil dieser grünen Lunge mit all seinen Tieren und Pflanzen in Peru. Viele Gebiete wurden zu Nationalparks erklärt, um dieses einzigartige Ökosystem zu schützen.

Kulturen

Die Geschichte Perus ist lang und es existierten teils nacheinander teils parallel viele Kulturen, so dass wir hier nur einen kleinen Überblick geben können.

Sowohl in den Bergen als auch an der Küste sind die Spuren der Zivilisationen als Gräber und diversen Bauten erhalten. Im Amazonasbecken sorgt das Klima für ein schnelles Verschwinden menschlicher Spuren, was aber nicht bedeutet, dass nicht auch dort teils große Reiche existierten.

In unsere Wahrnehmung setzten wir Peru gerne mit den Inkas gleich. Dies ist zum einen durch die imposante Größe des Inkareiches und zum anderen durch das Zusammentreffen der Inkas mit den spanischen Eroberern zu erklären. Geschichtlich gesehen ist es aber eine der kürzesten Epochen der Peruanistik. Doch wer waren die Menschen die über hunderte von Kilometer Bewässerungskanäle und aus Millionen von Lehmziegel Pyramiden bauten, die in der Textil- oder Goldverarbeitung, im Schiffsbau und der Astronomie ganz weit vorne lagen, die komplexe, religiöse Kodexe entwarfen und bestens organisierte Staaten schufen,  lange vor der Inkakultur? Wer waren die Menschen von Moche, Chavin oder Nasca? In den letzten Jahrzehnten wurde viel geforscht und die Lücken der Peruanistik schließen sich immer mehr. Dem aufwendigen Totenkult und den dementsprechend reichen Grabbeilagen verdanken wir viele Einblicke und Kenntnisse. Anhand der Bauten lässt sich gut der Organisationsgrad ermessen. Wie bewegte man Steine vom Gewicht eines Jumbojets und reihte diese wie in einem Tetrisspiel so ein, ohne das ein Blatt Papier dazwischen passt? Wie erschuf man Scharrbilder, die man eigentlich nur aus der Luft erkennen kann? Wieviele Arbeiter brauchte man, um aus über 150 Millionen Ziegeln eine Pyramide bauen zu lassen?

Wo immer Sie in Peru sind, sind Ausgrabungsstätten nicht weit. Ob es sich dabei um kleine, lokale Fürstentümer oder um große Königreiche handelte, Sie werden immer wieder ins Staunen geraten in der über 5000 Jahre alten Kulturgeschichte des Landes. Viele Ausgrabungsstätten sind bei uns nicht einmal bekannt aber glauben Sie uns, es gibt viel mehr als Machu Picchu in Peru! Tauchen Sie ein, in eine eindrucksvolle Welt mit ganz anderen Vorstellungen und Bräuchen, nehmen Sie Teil an der Geschichte der Wolkenkrieger in ihrem Kampf gegen die Inkas und erfahren Sie, warum ihr Land „Land der Rebellen“ genannt wurde. Erfahren Sie mehr über die Riten der Eliten mit denen diese versuchten, das Gleichgewicht der Kräfte zu erhalten. Wie sah der Weltenbaum aus? Was und wer wurden geopfert? Warum war der Tod nicht zu fürchten? Unsere Reiseleiter werden es Ihnen anschaulich vermitteln!

Bevölkerung

Die heutige Bevölkerung Perus ist jung und das Land ist von einem dynamischen Aufschwung erfasst. So unterschiedlich die Landschaften sind, so unterschiedlich ist auch die Bevölkerung. Heute leben ca. gleichviele Menschen an der Küste und in den Anden. Nur knapp 10% wohnen im großen Amazonasgebiet. Die großen Städte liegen fast alle an der Küste, in den Bergen finden Sie eher eine ländliche Besiedlungsstruktur vor. In den Anden sind die Menschen eher zurückhaltend, während sie an der Küste und vor allem im Amazonasgebiet sehr aufgeschlossen sind. Das soziale Gefälle ist in Peru sehr hoch und Armut weit verbreitet.Trotz der großen sozialen Unterschiede werden Ihnen die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit erscheinen, so dass Sie sich in Peru  wohl aufgehoben fühlen.

So unterschiedlich die Regionen, so unterschiedlich ist auch die traditionelle Küche, die sicherlich eine der besten des Kontinentes ist und gerade dabei ist, die Welt zu erobern. Ob frisch zubereitete Muscheln an der Küste, deftige Gerichte im Hochland oder frischer Amazonasfisch, eine extrem abwechslungsreiche Küche erwartet Sie. Wie wäre es mit Ceviche, einem Alpakasteak, Papas a la Huacaina, Meerschwein, Tacachos (Kochbananenbällchen) oder Inchicapi (typische Suppe aus dem Amazonas)? Dazu einen Pisco Sour, das Nationalgetränk Perus oder doch lieber eine stärkende Leche de Tigre, ein kraftspendender Sud aus Muscheln, Mais und Chili? Wussten Sie übrigens, dass es in Peru 50 verschiedene Maissorten in allen erdenklichen Farben gibt?
 

Klima und Reisezeit

An der berühmten peruanischen Küstenwüste regnet es so gut wie nie. Von November bis März ist Sommer und es ist entsprechend heiß. Nördlich von Lima wird es auch in den Wintermonaten nicht unangenehm kalt. Von Mai bis November hängt oftmals der Garua, der Küstennebel, über Lima.

In den Anden regnet es vor allem in der Zeit von Dezember bis März. Hier kann es teilweise lange und heftig regnen. Es ist dies aber auch die Zeit der mildesten Temperaturen auch nachts. In den Wintermonaten von Mai bis August ist es am trockensten, aber auch am kältesten. Auf Grund der verschieden Höhenlagen sowie der langen Nord-Südausdehnung gibt es sehr große Unterschiede und unterschiedliche, lokale Faktoren, die das Wetter bestimmen.

Im östlichen Tiefland ist es eigentlich immer heiß und feucht. Ausnahmen bilden die gelegentlichen kalten Winde, die die Temperaturen bis auf 10 Grad abfallen lassen können, dies geschieht aber nur im Süden und auch nur zwischen Mai und August. Die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig hoch. Die Trockenzeit ist hier von April bis Oktober. In der Regenzeit von November bis März können Wege unpassierbar werden.

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